Ich liebe Hunde und ich liebe die Fotografie. Was also liegt näher, als das zu verbinden. Unsere Fellnasen sind so vielgestaltige und vielschichtige Persönlichkeiten, was ich versuche in den Bildern zum Ausdruck zu bringen, ob Outdoor oder im Studio, ob in Pose oder Bewegung.
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Kosten für ein Hunde-Fotoshooting (inklusive Bildbearbeitung): €100,00 (+ Fahrtkosten bei mehr als 20 km Distanz von Groß Siegharts)
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Erinnerung an Alexa
Entropie. Alles verliert sich in der Unordnung, im Chaos, in der Auflösung. Auch, du, unsere Alexa. Dein Lebenslicht ist erloschen, dein Körper wird kalt und starr, löst sich auf. Aber der Pfotenabdruck, den du in unserem Leben hinterlassen hast, der bleibt. Tief, groß, lebendig, voller Erinnerungen.
Da war das kleine Pummelchen, das auf uns zu gewatschelt kam, damals, im Februar 2014, als wir dich zum ersten Mal besucht haben. Mitglied einer kleinen Rasselbande schwarzer Labradorwelpen, betreut von Mama Annabel, die auch schon lange über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Rasch bist du gewachsen, bist zu einer wunderschönen und wunderbaren Hundedame geworden, aus der Raupe wurde ein Schmetterling. Apropos: Die Raupe Nimmersatt war dein großes Vorbild, hungrig war unsere Alexa immer. Gerade die Futterschüssel ausgesaugt? Niemals, denn der Magen ist leer, der leidende Bettlerblick aufgesetzt. Wir mussten schon ziemlich stark und standhaft sein, aber das schlechte Gewissen hast du uns mit deinen hypnotischen Kräften trotzdem ins Hirn eingepflanzt. Weil du offensichtlich daheim nichts bekommen hast – oder zumindest krass unterversorgt warst – hast du dich eben bei den Spaziergängen auf die Suche nach Fressbarem gemacht. Über die Qualität sind unsere Meinungen oft diametral auseinander gegangen, was nicht selten zu Konflikten geführt hat. Aber sonst wärest du, Alexa, der ganz perfekte Hund gewesen ohne jeglichen Makel – und das wäre doch auch schon wieder langweilig gewesen.
Alleine warst du nicht, als du bei uns eingezogen bist. Rania, unsere blonde Labradorhündin, hat dich schon erwartet. Kennengelernt hattet ihr euch bereits und ihr ward sogar verwandt. In der ersten Zeit hattet ihr viel Spaß zusammen, seid über die Wiesen getobt, doch leider ist Rania bald blind geworden. Trotzdem waren euch vier gemeinsame Jahre gegönnt. Wirklich allein warst du nur für kurze Zeit, etwa ein halbes Jahr, inklusive einem Bergurlaub voller Abenteuer in Rauris.
Und dann kam Tascha! Alexa, du warst schon ein Wirbelwind, aber Tascha hat dich definitiv übertroffen, ein Australien Shepherd eben. Im Juli 2019 ist sie bei uns eingezogen. Der erste Sommer war geprägt von Spiel, von Toben und Rennen, von filmreifen Zweikämpfen quer durch den Garten. Ergebnis? Meist unentschieden. Im Laufe der Zeit jedoch hat sich Tascha als der bestimmende Teil der Beziehung entpuppt, du, Alexa, hast immer und überall nachgegeben, du gutmütiges Mädel. Du warst glücklich und zufrieden mit deinem Platz in der Familie, immer ruhig und zurückhaltend, selten hast du gebellt, mehr mit deinem Schwanz irgendwo angeklopft.
Die Lücke, die du hinterlässt, ist so groß und kann nicht gefüllt werden. So viele Erinnerungen, die immer wieder hochkommen. Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse, Erinnerungen vor allem an das Mantrailing, denn das war deine absolute Lieblingsbeschäftigung, da bist du zur Höchstform aufgelaufen.
Ich kann mich noch so gut an den ersten Mantrailing-Workshop erinnern. Es war beim Schloss Ottenstein, es war Herbst und es hat zeitweise geregnet. Die ersten Schritte: Geruchsgegenstand anschnuppern und dann über ein paar Meter zur gesuchten Person laufen. Es hat nicht lange gedauert, bis zu gecheckt hat, um was es geht. Über viele, viele Trainings sind wir zu einem eingespielten Team geworden. Egal wo, egal in welcher Situation: Du hast gesucht und gefunden. Habe ich dir das Mantrailing-Geschirr angelegt, hast du schon gewusst, worum es geht, hast voller Vorfreude gewinselt und mit dem Schwanz gewedelt. Ich bin mir ganz sicher, ein Hund kann Glück empfinden. Und beim Trailen warst du glücklich!
Annähernd ans Mantrailing herangekommen ist – typisch für einen Labrador – das Apportieren. Das Dummy werfen, das Dummy verstecken, völlig egal. Du bist im Sitz geblieben, bis ich dir „Apport“ gesagt haben. Dann bist du losgesprintet, dass der Dreck hochgespritzt ist, die Hinterpfoten haben dich fast überholt. Aufgegeben hast du nicht, bis du das Dummy gefunden hast. Danach bist du zu mir zurückgelaufen mit hoch erhobenem Haupt, die Beute stolz im Maul tragend, hast dich vor mich gesetzt und sie abgegeben – natürlich im Tausch gegen ein Leckerli und großes Lob.
Ach ja, da war noch etwas, das du mit Begeisterung gejagt, gefangen und gebracht hat: Frisbeescheiben. Egal, wie weit ich den Plastikdiskus geworfen habe, du hast ihn erlegt, zu fast 100 Prozent in der Luft gefangen mit einem – mehr oder weniger – eleganten Sprung, danach einen weiten Bogen gemacht, weil bei dem Höllentempo kann man nicht so leicht umdrehen, bist zu mir zurückgelaufen, hast mir die Scheibe – na ja, zeitweise – in die freie Hand gegeben, meist aber fallen gelassen, denn hinter meinem Rücken hat schon die nächste gewartet und schon ist es wieder los gegangen. Du hast gehechelt, du hast gekeucht, aber von allein hättest du das Spiel wohl nie beendet, vollgepumpt mit Adrenalin und Dopamin. Nach ein paar Minuten Vollgas habe ich dem immer ein Ende gesetzt, die letzte Disc hast du müde und stolz zu deiner Box getragen.
Nicht unerwähnt bleiben soll deine Arbeit als Autorin. Na ja, geschrieben hat das Herrchen, aber du warst die stetige Inspiration und so sind zwei Bücher entstanden, die – könnten Hunde sprechen wie wir – wohl genau so von dir, Alexa, stammen könnten. Gedanken eines Labradors, heißen sie im Untertitel. Vielleicht ist es manchmal besser, wenn wir nicht wissen, was sich unsere Hunde über uns denken den lieben langen Tag über.
So vieles gäbe es noch zu erzählen, seien es die Prüfungen, die du gemacht hast – es waren nur ein paar – seien es die Fährten, die wir hin und wieder gegangen sind, sei es der Breitensport, an dem du auch viel Freude gehabt hast, oder seien es einfach nur die gemeinsamen Spaziergänge und Wanderungen.
Dein letztes Lebensjahr war schwer – für dich und für uns. Du hast unter Muskelabbau in den Hinterbeinen gelitten, was dir das Gehen immer mühsamer gemacht hat. Im Magen und Darm hat sich etwas eingenistet, das dir zu schaffen gemacht hat. Wir haben es an deinem Verhalten erkannt, doch medizinisch konnte es nicht endgültig abgeklärt werden. Gejammert oder gewinselt hast du nie. Hast du Schmerzen gehabt? Wir wissen es nicht, können es nur vermuten. Am Ende ganz sicher.
Am Schluss hast du uns die Entscheidung abgenommen. Es war ganz deutlich, dass du diese Welt verlassen wirst. Wir waren bei dir, als du nach der letzten Narkose daheim, in deiner vertrauten Umgebung eingeschlafen bist – für immer. Bei unserem letzten Spaziergang, wenige Stunden zuvor, hatte ich das Gefühl, dass du dir die Gegend, in der wir so oft unterwegs waren, noch einmal angeschaut hast. Ich habe dich gerufen, du bist zu mir gekommen. Ich habe dich gestreichelt und du hast dich verabschiedet.
Jetzt bist du über die Regenbogenbrücke gegangen, Alexa. Du hinterlässt eine Lücke in unserem Leben, aber ebenso deinen Pfotenabdruck, der sich in uns eingeprägt hat. Wir vermissen dich, wir tragen dich in unseren Herzen. Du wirst immer bei uns sein. Run free!
Auch durch ihre Bücher, die sie mir diktiert hat, bleibt unsere Lexi in Erinnerung. Hier der Link.